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Als Rückkehrer wieder in Deutschland

In Mumbai gelernt, in Emden angewendet

Vincent Möller lebt mit seiner Familie in Emden.

Die Rückkehr in die Heimat ist für Fachkräfte der Entwicklungszusammenarbeit häufig eine genauso große Herausforderung wie die Ausreise -  Vincent Möller hat diesen Schritt geschafft. Ihm ist mit dem sogenannten „Rücktransfer von Wissen“ ins Herkunftsland das gelungen, was sich die AGEH von Fachkräften in der Entwicklungszusammenarbeit wünscht. „Voneinander-Lernen“ soll keine Einbahnstraße sein. Als Fachkraft für erneuerbare Energien bei der Partnerorganisation NGO SPARC (Society for the Promotion of Area Resource Centres) in Mumbai gab er nicht nur sein Wissen weiter, sondern erlernte dort neue Methoden. Die kann er bei seiner neuen Stelle als Stadtplaner in Emden erfolgreich einsetzen. Doch der Reihe nach.


Bei der Arbeit - Vincent Möller befragt Bewohner eines Slums zu Energiethemen.

Von 2014 bis 2016 arbeitete Vincent Möller, dessen Stelle von Misereor finanziert wurde, in Indiens Millionenmetropole Mumbai als AGEH-Fachkraft bei SPARC. Für eine Studie besuchte er zusammen mit seinen indischen Kollegen und Kolleginnen Menschen in Armenvierteln, wie beispielsweise Dharavi, Asiens größtem Slum. Mit vielen Familien sprach er darüber, wofür sie Energie benötigen, welche Geräte sie nutzen und welche Wünsche/Bedürfnisse sie in diesem Zusammenhang haben.


Slum in Mumbai

In Folge der Studie wurden später Leuchtröhren und alte Elektrogeräte der Slumbewohner innerhalb von Pilotprojekten ausgetauscht. Durch das Projekt wurde der Einsatz von partizipativen Methoden wie Bürgerbefragungen für den studierten Geografen Möller eine Selbstverständlichkeit in seiner Arbeit.


Blick über Mumbai

Seit gut anderthalb Jahren lebt der 36-jährige nun mit seiner Familie im ostfriesischen Emden. Als Stadtplaner ist er für das Programm Soziale Stadt mitverantwortlich. Eines der Projekte ist die Revitalisierung  einer Industriebrache, der ehemaligen Erdnussfabrik Ültje. Auch die Bürger/-innen können mitplanen. Vincent Möller achtet darauf, dass dies partizipativ und mit konstruktiven Rückmeldungen abläuft. So können interessierte Emdener/-innen in Kleingruppen ihre Vorstellungen eines lebenswerten Stadtteils erarbeiten und eigenhändig gezeichnete Pläne einreichen. Vincent Möller sagt: „Ich finde es witzig, dass ich energetische Quartiersentwicklung und Bürgerbeteiligungen vorher in Deutschland nicht, aber dafür bei SPARC in Indien gemacht habe. Und vor allem beim Thema Partizipation kann ich viel von meiner Zeit bei SPARC einbringen. Zum Beispiel habe ich gelernt, es Menschen ohne Fachwissen zu ermöglichen, Ihre Wünsche und Bedürfnisse in die teilweise sehr komplexen Planungsprozesse einzubringen.“ gen für den studierten Geografen Möller eine Selbstverständlichkeit in seiner Arbeit.


Vincent Möller mit seinem Sohn.

Verglichen mit Mumbai schätzt Vincent Möller es in Emden - neben der Ruhe und der besseren Luft - mit den Menschen ohne Sprachbarrieren bei der Umsetzung von Projekten reden zu können. „In Indien war ich immer auf einen Dolmetscher angewiesen, um mit  Betroffenen vor Ort zu sprechen, der direkte Weg macht vieles leichter.“

 

 

Fotos: Vincent Möller, Text: Ursula Radermacher