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Immer wieder den Dialog suchen

Wie war's - Zurückgekehrt aus Burundi
Thomas Mecha bei einem Meeting in Burundi

In Burundi gibt es massive politische Probleme und Landkonflikte, die nachhaltigen Frieden erschweren. Thomas Mecha unterstützte als Trainer und Berater im ZFD die Diözese Bururi von 2015-2018. Neben friedensfördernden Maßnahmen war er bei der Qualifizierung der Mitarbeiter-/innen engagiert. Rückblickend schildert Thomas Mecha, der Friedens- und Konfliktforschung studierte, was ihn besonders geprägt hat.

 

 

 

Was nehmen Sie aus Ihrer Zeit in Burundi mit?

 

Thomas Mecha: Für mich war besonders einprägsam, wie wichtig es ist, immer wieder den Dialog zu suchen. Das Gespräch ist der einzige Ort ist, wo gegenseitiges Verständnis entstehen kann. Burundi ist seit 2015 in einer politischen Krise mit verhärteten Konfliktparteien auf beiden Seiten. Einige Personen nutzen ihre Machtpositionen aus und dulden keinerlei Kritik. Das schüchtert Bürger/innen ein, sodass das offene Gespräch über politische Themen nicht mehr stattfindet. Bürgerrechte und Demokratie sind nicht selbstverständlich, sie müssen mit Leben gefüllt und im Alltag verteidigt werden. Das scheint auch in Europa und Deutschland aktuell zu sein.


Theaterszene zu einem Konflikt

Gab es etwas, was Sie besonders beeindruckt hat?

 

 

Thomas Mecha: Imponiert hat mir, wie engagiert die hauptamtlichen Mitarbeiter und die Ehrenamtlichen der CDJP-Kommission (Gerechtigkeits- und Friedenskommission) sich für Gerechtigkeit und Frieden einsetzen, obwohl die meisten selbst in schwierigen Verhältnissen leben. In ihrer Freizeit bieten sie Konfliktparteien an, Konflikte mit Hilfe einer Mediation zu lösen. Daneben unterstützen sie auch Menschen am Rande der Gesellschaft: Kranke, Witwen und Waisen.

 

 

Auch das Engagement der Mitarbeiter bei neuen Ansätzen in der Friedensarbeit hat mir gut gefallen und viel Spaß gemacht. Wir haben ein Team von Radiojournalisten aufgebaut, das Friedensradio macht. Mit EIRENE und CHIRO-Burundi konnten wir eine Theatergruppe aufbauen, die mit der Methode Forumtheater auch unbequeme Themen, wie Landkonflikte anspricht.  Die  Zuschauer sind aktiv dabei: sie können Lösungsvorschläge äußern und selbst mitspielen ->mehr zum Forumtheater. Ich hoffe, dass CDJP-Bururi zukünftig genug Partnerorganisationen findet, damit sie ihr großes Potential entfalten kann.

 

 

 


Zuschauer im Dialog mit dem Moderator äußern ihre Ideen und spielen diese auch sofort - wenn sie möchten.

Wie geht es nun für Sie weiter?

 

Thomas Mecha: Ich würde mich gerne im gesellschaftspolitischen Bereich engagieren. Vorstellbar ist für mich die politische Bildung oder das neue Feld Friedensbildung, wo meine Erfahrungen aus Burundi in Deutschland einfließen könnten. Ebenfalls interessiert mich das Thema Deradikalisierung, also die Arbeit mit Menschen, die sich von einer extremen politischen Ideologie lösen wollen.

 

 

Text: Thomas Mecha/Ursula Radermacher, Fotos: Thomas Mecha