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Zurückgekehrt aus Timor Leste

Auch Eheberatung kann Friedensarbeit sein

Im Dezember sind Adrian Stucki und Chantal Klinkenbergh aus Timor Leste zurückgekehrt. Der Gymnasiallehrer/ Sozialgeograf und die Lehrerin mit einem Master of Science in Geografie  haben sich in ihrer Schweizer Heimat schon wieder ein bisschen eingelebt. Zeit also Fragen zu stellen, was sie als ZFD-Fachkräfte erlebt haben.

Adrian Stucki und Chantal Klinkenbergh-Stucki beim Rückkehrerseminar in der AGEH

Wie sah Ihre Arbeit aus?

 

 

A. Stucki: Mein Arbeitsplatz war das katholische Institut ICR in Dili. Dort habe ich vor allem partizipative Unterrichtsmethoden in Friedenserziehung, Umwelthemen und Menschenrechten vermittelt. Die Teilnehmer setzten sich aus Dozenten sowie Studierenden zusammen. Außerdem unterstützte ich das Management des Instituts.

 


Management- und Leadership-Training mit Schwestern der Canossa Foundation

C. Klinkenbergh: Ich unterrichtete bei der Canossa Foundation die Schwestern und Laien des Peace Education Teams. Es ging um Themen und Methoden der Friedenserziehung sowie Organisationsentwicklung. Doch der Schwerpunkt lag auf den Ehevorbereitungskursen mit integrierter Persönlichkeitsbildung, Kommunikation und gewaltfreier Konfliktlösung in der Partnerschaft.

 

 


Adrian Stucki beim Friedenstraining mit DozentInnen

Was hat Ihnen gut gefallen?

 

 

A. Stucki: Mich beeindruckte die Offenheit, mit der meine Kursteilnehmer den neuen Methoden begegneten. Ihre Bereitschaft eigene Erfahrungen zu schildern, sowie das aufmerksame Zuhören der anderen, berührte mich sehr. Die Teilnehmenden erlebten, dass  ihre Gedanken wichtig sind. Sie diskutierten, übten sich in Rollenspielen und Kurzpräsentationen. Eine neue Erfahrung für sie, die durch die familiäre Arbeitsatmosphäre am Institut unterstützt wurde. In der Landessprache Tetum zu unterrichten, fiel mir nicht immer leicht. Doch da sprangen mir die lokalen Mitarbeiter hilfreich zur Seite.


Bildinterpretation im Familientraining von Chantal Klinkenbergh-Stucki

C. Klinkenbergh: Die hochmotivierten Studenten beim Friedenstraining freuten mich sehr. Sie waren so begeistert davon, in Gruppen zu lernen statt im Frontalunterricht. Mit Theater, Malen, Ballspielen, Singen und Zeichnen lockerte ich den Unterricht auf, das schätzten die Studierenden sehr. Im Ehekurs ging es um wirklich wichtige Fragen, z. B. „Woran merke ich, dass mein Ehemann mich liebt?“ oder „Was ist mir in der Beziehung wichtig?“ oder auch „Welche Aufgaben haben wir als zukünftige Eltern?“. Die Mädchen, teilweise Kolleginnen, sprachen oft das erste Mal miteinander über diese existentiellen Dinge und erfuhren, was die anderen denken.


Der Meinungsaustausch im Familientraining begeisterte die jungen Frauen und Mädchen

Wie war es als Paar in Timor Leste zu sein?

 

 

A. Stucki/ C. Klinkenbergh:

Es tat gut, sich mittags und abends nach der Arbeit auszutauschen und sich gegenseitig zu beraten. Uns half es sehr, sich in die Schwierigkeiten, aber auch in die schönen Erfahrungen des Anderen hineinzuversetzen.  Gemeinsam konnten wir ein Training zu Menschenrechten entwickeln, das in beiden Partnerorganisationen genutzt werden soll.

 

 

Fotos: Adrian Stucki und Chantal Klinkenbergh-Stucki, Interview: Ursula Radermacher