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Projektmanagement im Südkaukasus

Zukunftsfähigkeit der Caritas sichern
In der "Emergency"-Gruppe bereiten sich Caritasmitarbeiter aus Armenien, Aserbaidschan, Georgien, Russland und der Ukraine auf den Ernstfall vor

Als Projektberater arbeitet Manuel Benteler seit mehr als drei Jahren sowohl bei der Caritas Armenien, als auch bei der Caritas Georgien. Im Rahmen des Programms "Dialog und lebendige Partnerschaft" (DLP) ist er in Bereichen der Krankenpflege, Jugendarbeit und der Katastrophenhilfe aktiv.

 

"In zwei Ländern zu arbeiten, die zwar eine gemeinsame Geschichte teilen, aber dennoch sehr unterschiedlich sind, bietet mir vielfältige Aufgaben und Herausforderungen." Manuel Benteler arbeitet für die Caritas im Kaukasus.


In Georgien wird an der Weiterentwicklung der Pflegeausbildung gearbeitet

Er lebt in Tbilisi, der Hauptstadt Georgiens, ist gleichzeitig aber auch für die Caritas Armenien tätig, die in Gyumri, der zweitgrößten Stadt des Landes, ihren Hauptsitz hat.

 

In beiden Ländern wurde die Caritas Mitte der 90er-Jahre nach der Unabhängigkeit von der Sowjetunion gegründet. Zu den zwei Organisationen zählen jeweils rund 200 Mitarbeiter und zwischen 50 und 100 Freiwillige. Während die Caritas Armenien primär in den nördlichen Regionen und Jerewan aktiv ist, befinden sich die meisten Projekte der Caritas Georgien in Tbilisi.

 

Einen regelmäßigen Tagesablauf kennt der studierte Diplom-Geograph nicht, dafür sind die Aufgaben zu vielfältig. Er unterstützt eine ganze Reihe von Projekten, wie: Aufbau von mobilen Pflegediensten in Armenien und Georgien, Förderung von armenischen Kindern und Jugendlichen in schwierigen Lebenslagen sowie die mobile Kinder- und Jugendarbeit für diejenigen, die in Georgien auf der Straße leben und arbeiten. In all diesen Bereichen leistet Manuel Benteler zusammen mit den Kollegen vor Ort seinen Beitrag in der Projektweiterentwicklung, dem Monitoring und dem Berichtswesen.


Treffen im Sozialministerium - der armenische Staat wird an seine Verantwortung erinnert

Das wichtigste Querschnittsthema in allen Bereichen sei aber die Zukunftsfähigkeit. Die Frage ist: Wie stellt sich die Caritas Armenien und Georgien auf, um die wichtige Arbeit auch in Zukunft leisten zu können?

 

Dass seine Arbeit vor Ort Veränderungen bewirken kann, motiviert Manuel Benteler in seiner täglichen Arbeit, die auch von dem Transformationsprozess in Armenien geprägt ist. Zurzeit entwickelt sich dort das Verhältnis von Gesellschaft und Staat neu. Bisher entzieht der Staat sich weitestgehend der Verantwortung für Fragen der sozialen Gerechtigkeit, der Gesundheitsversorgung und der sozialen Fürsorge.

 

"All dies prägt natürlich auch die gesellschaftlichen Akteure und das Denken und Handeln der Caritas-Mitarbeiter." Die Idee, dass zivilgesellschaftliche Organisationen vom Staat für ihre Arbeit im Sozial- und Gesundheitsbereich bezahlt werden, ist immer noch neu, aber das Bewusstsein dafür entwickelt sich. "Jetzt geht es um die Fragen, wie wir den Staat dazu bekommen, unsere Arbeit zu unterstützen, damit er auch seinen Teil der Verantwortung wahrnimmt", resümiert unsere Fachkraft.


Fußballspielen mit Projektbegünstigten in Armenien

In seiner Freizeit genießt der gebürtige Ostwestfale bei langen Wanderungen das georgische Gebirge und die traumhafte Natur. "Der Kaukasus wird gerne als Balkon Europas bezeichnet, irgendwie gehört er dazu, aber es ist doch schon vieles anders. Genau da liegt der Reiz. Ich fühle mich hier zu Hause und doch entdecke ich immer wieder Neues und Faszinierendes. Die traditionellen Tänze, die Musik, das Essen und die Gastfreundlichkeit der Menschen sind legendär."

Eine große Aufgabe bleibt jedoch die Sprache. "Georgisch und Armenisch, zwei Sprachen, zwei Alphabete und keine Gemeinsamkeiten - daran bin ich gescheitert", gibt Manuel Benteler mit einem Augenzwinkern zu.

 

Text und Fotos: Manuel Benteler / Bearbeitung: Theresa Meier