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Philipp Günther engagiert sich für die wertvollste Ressource unseres Planeten

Gemeinsam Quellen in den Bergen und im Dschungel suchen
Philipp Günther und Bewohner von Debere-Talata/ Provinz Dori, Burkina Faso bei der Inbetriebnahme eines runden Regenrückhaltebeckens („Bouli“). Beteiligte Partnerorganisation: „Union Fraternelle des Croyants“ (UFC Dori)

Seit 2017 reist Philipp Günther als Berater auf Zeit (BaZ) für nachhaltiges Wassermanagement regelmäßig zu MISEREOR-Partnern des Südens in asiatische und afrikanische Länder. Das Motto "Niemand zurücklassen - Wasser und Sanitärversorgung für alle", des diesjährigen Weltwassertages trifft auch den Kern seiner Tätigkeit. Im Porträt gibt Philipp Günther Einblicke in seine Arbeit vor Ort.


Philipp Günther ist Berater auf Zeit für Wassermanagement für Misereor-Partner in afrikanischen und asiatischen Ländern.

Für die ländliche Bevölkerung im südlichen  Afrika und Südasien ist sauberes Trinkwasser und eine gute Sanitärversorgung nicht jeder Zeit selbstverständlich, obwohl dies ein existentielles Grundbedürfnis aller Menschen ist. Als BaZ spricht Philipp Günther bei Workshops in Dörfern oder bei NGO‘s das Thema  Wasser- und Sanitärversorgung an. Er sensibilisiert für Hygiene und fragt nach, wie die Wasserversorgung, auch für die Landwirtschaft, nachhaltig gesichert werden kann. Bevor Sensibilisierungsmaßnahmen mit der lokalen Bevölkerung überhaupt losgehen, spricht Philipp Günther mit NGO-Leitern, Bischöfen und mit NGOs in Teamsitzungen.


Wanderung zur Quelle Kashalalo in der Gemeinde Walungu, Süd-Kivu/ Ostkongo. mit Vertetern der Partnerorganisation "Comité pour l'Autopromotion à la Base" (CAB), DR Kongo.

Danach geht er auf  lokale Partner zu, um ihre Perspektive und Situation zu verstehen. und die  vorhandenen Ansätze wahrzunehmen. Er unterstützt die Partner in den vorhandenen Ansätzen und bietet neue Perspektiven an. Letztlich geht es darum, technische Professionalität mit einer sozialen und wirtschaftlichen Handhabbarkeit zu verbinden. Gemeinsam wandert er mit Dorfbewohnern zu Quellen hoch in den Bergen oder bei extremer Hitze zu Bohrbrunnen im Busch, um die geographische Situation zu erkunden. Sein Interesse wirkt vertrauensfördernd und daran kann er bei seinem nächsten Beratungsbesuch anknüpfen.


Training des Teams der Partnerorganisation Caritas Diocésaine et Développement (CDD) in Natitingou/ Nordbenin zur Erhebung von sozio-ökonomischen Daten.

Philipp Günther reist mehrmals im Jahr nach Afrika und Asien, um die Menschen vor Ort aus- bzw. weiterzubilden und das Wasserthema weiterzuentwickeln. Die Grundfrage ist, wie ein fairer, bezahlbarer und nachhaltiger Wasserzugang für alle geschaffen werden kann. Daran hängen verbesserte Lebensbedingungen für die Familien, sowie dauerhafter Frieden und Schutz der Umwelt.  Und NGO’s fragen auch: „Was können wir vor Ort besser machen als bisher?“


Im Dorf Gahama-Nyundo/ Ruanda werden Hindernisse und Erfolge in der dörflichen Wasserverwaltung mit dem Wasserkomitee diskutiert.

Die Menschen vor Ort sind einfallsreich, wenn es darum geht, Projekte nachhaltig umzusetzen. Gleichzeitig sind sie bereit, die technischen Anforderungen und organisatorischen Prozesse, die der Bau von Infrastruktur erfordert, zu meistern. Teilweise finden diese Prozesse in konfliktreichen und strukturarmen Räumen statt, doch das schreckt sie nicht ab. Sie beweisen durch ihr enormes Engagement, dass Veränderungen möglich sind und lokale Gemeinschaften langfristig autonom ihre Ressourcen bewirtschaften können. Die Gemeinschaften können sich gut organisieren und verwalten ihre Ressourcen mutig selbst. Sie wollen für sich eine Perspektive schaffen und sind interessiert durch sauberes Trinkwasser die Gesundheitssituation und Überlebenschancen von Kleinkindern zu verbessern.


Test eines Ablassrohres durch ein Stauwehr zu Bewässerungszwecken, beteiligt ist die Partnerorganisation Caritas Masvingo in Zimbabwe.

Neben der konkreten Arbeit, beobachtet Philipp Günther politische Entwicklungen, wie die weitreichenden Privatisierungsstrategien von Weltbank und internationalen Playern. Mit diesen  Strategien sollen Staaten angeblich die Zugangsrechte ihrer Bevölkerung zu Wasser sichern. Doch sie werden schon lange kontrovers diskutiert. Studien belegen, dass die Privatisierung der öffentlichen Wasserversorgung, das sogenannte „Outsourcing“, deren Kosten oft enorm steigert. Gleichzeitig verschlechtert sich die Versorgung der lokalen Bevölkerung. Für die Projektgruppen von MISEREOR bedeutet dies immer häufiger, dass ihnen ihre selbst organisierte, gut funktionierende Wasserversorgung aus der Hand genommen wird.


Örtliches Treffen dreier Gemeinden im Rushinga Distrikt/ Nordzimbabwe, die Wasser des Nyamuwe Dammes nutzen. Es geht darum Konflikte zu reduzieren: Wie wird die Wassernutzung im Halbwüstenklima priorisiert und wer übernimmt Verantwortung? Partnerorganisation ist Caritas Chinhoyi.

Berater wie Philipp Günther  entwickeln mit den Partnern vor Ort Strategien zum Schutz der Nutzer. Die Folgen der Enteignungen sollten auch in Berlin Brüssel oder Genf Gehör finden, wo die Weichen für diese internationalen Abkommen gestellt werden. Laut UNESCO haben knapp 30 % der Weltbevölkerung und unter ihnen hauptsächlich Frauen und Kinder, keine dauerhaft sichere Wasserversorgung. MISEREOR engagiert sich für diese Bedürfnisse und thematisiert das Menschenrecht auf Wasser lokal, regional und international.

 

 

Fotos: Philipp Günther, Text: Ursula Radermacher