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Holy Land Trust auf der ITB

Mehr als Kultur und Tradition
Issa Farhoud und ZFD-Fachkraft Thomas Trischler (v.l.)

Vom 8. bis 12. März 2017 ist unsere palästinensische Partnerorganisation Holy Land Trust (HLT) erstmals auf der internationalen Tourismusbörse  (ITB) in Berlin vertreten. Unterstützt wird sie dabei seit 2015 von ZFD-Fachkraft Thomas Trischler. Die Organisation setzt sich dafür ein, die internationale Öffentlichkeit  für die schwierige Lage im Heiligen Land zu sensibilisieren und bietet dafür verschiedene, individuell konzipierte Bildungsreisen an, die sie auf der ITB präsentiert.


Führung auf dem Tempelberg

Das ist zum Beispiel das Sommerprogramm "Iktashef" (arabisch: entdecke).  Die einmonatige Reise ermöglicht den Teilnehmenden das Land und seine Bewohner besser zu verstehen, indem es einen umfassenden Einblick auf Kultur, Tradition, Religion, Gesellschaft und Politik vermittelt. Das Programm versucht einen möglichst objektiven Blick auf die Situation vor Ort zu geben und sowohl den verschiedensten palästinensischen Meinungen und Strömungen eine Plattform zu geben, als auch ihren Vertretern auf israelischer Seite. 


Mauer an der Grenze zum Gazastreifen

Daher findet nur etwa die Hälfte des Programms in Bethlehem oder an anderen Orten in der Westbank statt. So stehen stets Besuche in der israelischen Stadt Sderot, deren Bewohner unter anhaltendem Raketenbeschuss aus Gaza leiden, oder auch in der israelischen Holocaustgedenkstätte "Yad VaShem" auf dem Programm sowie Begegnungen mit israelischen Organisationen wie "Rabbis for Human Rights" und mit Vertretern der israelischen Siedlerbewegung. Das Programm scheut sich nicht auch schwierige aktuelle Themen wie die israelische Besatzungspolitik, die Lage der Einwohner Ostjerusalems, oder Ehrenmorde in der palästinensischen Gesellschaft anzuschneiden, um seinen Teilnehmern einen möglichst umfassenden und ausgewogenen Überblick auf die Situation vor Ort zu liefern.


Unterstützung bei der Olivenernte

Neben einer Vielzahl kürzerer Bildungsreisen bringt Holy Land Trust außerdem jährlich internationale Aktivisten zum Marathon "Right to Movement", der auf die eingeschränkte Reisefreiheit für Palästinenser aufmerksam macht und unterstützt zusammen mit internationalen Freiwilligen bedürftige palästinensische Familien beim Wiederaufbau ihrer von der israelischen Armee zerstörten Häuser. Alljährlich im Oktober werden palästinensische Bauern, deren Felder nahe an jüdischen Siedlungen liegen und deren Felder oft von weiterer Landnahme bedroht sind, durch internationale Gäste von Holy Land Trust bei der Olivenernte unterstützt. Durch die Anwesenheit der Freiwilligen wird die Angst zwischen den palästinensischen Bauern und den israelischen Siedlern abgebaut und so Zusammenstöße vermieden.


Im Dialog bleiben

Die christlich-palästinensische Organisation Holy Land Trust wurde 1998 gegründet und verbreitet den Ansatz der gewaltfreien Kommunikation an Palästinenser, Israelis und Gäste aus der ganzen Welt. Sie verfolgt die Vision eines dauerhaften und stabilen Friedens im Heiligen Land. Neben der Förderung der palästinensischen Zivilgesellschaft, arbeitet HLT auch eng mit Vertretern der israelischen Friedensbewegung zusammen.


Parade während des "Bet Lahem Live Festivals"

Überregional bekannt wurde Holy Land Trust in den letzten Jahren durch das "Bet Lahem Live Festival". Ursprünglich als Nachbarschaftsfest geplant, um den Dialog der christlichen und muslimischen Bevölkerung in Betlehem zu fördern und um der palästinensischen Kulturszene eine Plattform zu geben, ist es mittlerweile das größte Festival in der Westbank. Alljährlich kommen über 20 000 Besucher zum Festival, um den Musik- und Kulturbeiträge von palästinensischen, aber auch von internationalen Künstlern beizuwohnen. 

 

Text und Fotos: Thomas Trischler / Bearbeitung: Katharina Engels