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Trägerübergreifender Fachaustausch ZFD

Vergangenheitsbewältigung im Blick
Reger Austausch auf dem "Markt der Organisationen"

Vom 15.-20.10.2017 fand der erste internationale trägerübergreifende  Fachaustausch des Zivilen Friedensdienstes in Berlin statt. Eingeladen hatte dazu das Konsortium ZFD. Eine knappe Woche lang tauschten sich Vertreter/-innen von Partnerorganisationen, Fachkräfte und Mitarbeitende der ZFD-Träger GIZ, AGEH, Kurve Wustrow sowie Forum ZFD über verschiedene Aspekte des Themas "Umgang mit gewaltbelasteter Vergangenheit" aus.


AGEH-Partner MUPI (Museo de las Palabras y del Imagen) aus El Salvador im Gespräch mit Interessierten

In vielen thematischen Workshops und Diskussionsrunden  und im Rahmen von zwei Exkursionen zu Stätten deutscher Erinnerungskultur, dem Konzentrationslager Sachsenhausen sowie dem Stasiarchiv, erhielten die Teilnehmenden Gelegenheit, sich wechselseitige Einblicke in den Umgang mit Vergangenheitsbewältigung und Erinnerungskultur in ihrem jeweiligen Länderkontext zu geben. Darüber hinaus näherten sie sich den verschiedenen Kapiteln deutscher geschichtlicher Vergangenheit und setzten das Gesehene in Kontext zu ihren eigenen Erfahrungen.


Die Teilnehmenden auf einen Blick

Die 40 Teilnehmenden waren aus so unterschiedlichen Ländern wie Kosovo und Mazedonien, Sri Lanka und Nepal, Burundi und Libanon angereist, dementsprechend groß war die Vielfalt der vorgestellten Kontexte und Ansätze. Von AGEH Partnerorganisationen nahmen Henrique Carlos Consalvi, der Direktor des Museo de las Palabras y del Imagen mit der Fachkraft Anna Theisen aus El Salvador, Nery Eduardo Rodenas, der Direktor des ODHAG (Menschenrechtskommission der Bischofskonferenz) und die Fachkraft Denise Irmscher aus Guatemala, sowie die ZFD Fachkräfte José Luis Foncillas und Yohana Zully aus der Casa de la Memoria in Tumaco/Kolumbien an dem Austausch teil.


Präsentation des ZFD-Partners "Casa de la Memoria" aus Tumaco/Kolumbien

Sie hatten durch das Treffen erstmals die Gelegenheit zu einem interregionalen Austausch unter AGEH Partnern, die zu ähnlichen Themen arbeiten. Der Austausch soll auch nach der Begegnung in Berlin fortgesetzt werden. "Für mich als Museumsdirektor ist es unheimlich interessant zu sehen, wie hier geschichtliche Informationen präsentiert werden, wie die Gegenstände und Dokumente archiviert werden, und wie die Besucher/-innen auf das Gezeigte reagieren, davon nehme ich einige Anregungen mit – auch wenn wir in Sachen multimedialer Präsentation glaube ich schon weiter sind",


AGEH-Fachkraft Denise Irmscher informiert sich über die Arbeit eines Kurve Wustrow-Partners aus dem Kosovo

sagt Henrique Carlos Consalvi, während er das Karteisystem zur Systematisierung von Informationen zu Einzelpersonen im Stasiarchiv in allen Einzelheiten abfotografiert. Der Wunsch nach Wiederholung zu anderen fachlichen Themen, sowie die Rückmeldung, dass noch mehr Zeit für vertiefenden Austausch und persönliche Gespräche gut gewesen wären, deuten darauf hin, dass die Pilotveranstaltung ein Erfolg war, an den in Zukunft angeknüpft werden kann.


Text und Fotos: Anika May