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ZFD Uganda startet Workshopreihe

"Was steckt hinter dem Konflikt?"
Einblick in die neue Workshopreihe des ZFD Uganda

Es soll ein weiterer Schritt zu mehr Frieden und Gerechtigkeit in Uganda sein, die  neue ZFD-Trainingsreihe für Mediatoren. Einen ersten Workshop gab es im Juli mit dem Team vom "John Paul II Justice & Peace Center" in Kampala und ZFD-Fachkraft Petra Fürst. Sie unterstützt seit Juli 2016 das Team des Zentrums mit ihren Erfahrungen als Mediatorin, Kommunikationstrainerin und Coach und gibt im Folgenden Einblicke.


Petra Fürst mit Teilnehmern des Trainings

"Dieser Workshop übertraf all meine Erwartungen, endlich ein strukturiertes Verfahren, um lösungsorientiert Konflikte zu lösen." (Bishop Kawunga) "Wir haben viele Konflikte: Landkonflikte, Familienkonflikte, Konflikte zwischen Lehrern und Studenten und Konflikte unter Studenten. Nun, wo ich die Phasen der Mediation kennengelernt habe, kann ich besser unterstützen, Konflikte gewaltfrei zu lösen, anstatt ergebnislos zu diskutieren." (Headteacher Secondary School)


Dies ist nur ein kleiner Auszug der begeisterten Teilnehmerstimmen nach unserem zweitägigen Mediations-Workshop in Masaka im Juli dieses Jahres. An diesem Workshop nahmen 22 Lehrer aus verschiedenen Secondary Schools aus dem Umkreis des Distriktes Masaka in Zentral-Uganda teil.


Ziel des Workshops war, den Teilnehmern die Grundlagen einer Mediation in Theorie und Praxis zu vermitteln, damit diese genutzt werden können, um mit auftretenden Konflikten konstruktiv umzugehen und neue Lösungswege zu finden.


Teilnehmer/-innen lernen Formen der Mediation

Neben der Klärung, was Mediation umfasst, was ein Mediationsprozess nicht leisten kann, und welche Rolle der Mediator in einem Mediationsprozess spielt, wurden die fünf Phasen der Mediation erläutert und eingeübt. Außerdem wurde veranschaulicht, dass hinter einem bekannten, benannten Konflikt immer auch noch ein anderer Konflikt steht.


Einen Konflikt in Form einer Mediation, also mithilfe einer strukturierten Vorgehensweise zu lösen, war für die Teilnehmer eine neue Erfahrung. Ebenso gab es viele "Aha"-Momente bei der Analyse "Was steckt hinter dem Konflikt?". Alle Teilnehmer waren sich einig, dass es ein sehr wichtiger Aspekt bei der Konfliktlösung und im zukünftigen Miteinander ist, sich mit den Interessen und Bedürfnissen der einzelnen Parteien auseinanderzusetzen.


Rollenspiele wurden gut angenommen

In praktischen Gruppenarbeiten z.B. beim "Entrollen" eines Konfliktes, konnte verdeutlicht werden, dass in einem Konflikt sehr viel mehr steckt als das, was augenscheinlich sichtbar ist. Gerade am Beispiel von Landkonflikten, welche in den Rollenspielen von den Teilnehmern sehr kreativ dargestellt wurden, konnte dies sehr gut verdeutlicht werden.

 

Den Unterschied zwischen Interessen, Bedürfnissen und Wünschen herauszuarbeiten war eine spannende Arbeit. Hier wurde auch für mich noch einmal sehr deutlich, wie unterschiedlich das in verschiedenen Kulturen aussehen kann, und dass Prioritäten oftmals sehr verschieden gesetzt werden. Diese zu kennen und zu verstehen, ist ein Meilenstein im Mediationsprozess. Erst mit diesem Verständnis ist es für die Konfliktparteien möglich, zu verhandeln und eine langfristige für beide Parteien zufriedenstellende Lösung zu finden.


Zertifikate für Workshopteilnehmer/-innen

Durch die große Kreativität und Begeisterung der Teilnehmer in den Rollenspielen gab es trotz der Ernsthaftigkeit der Themen viel gemeinsamen Spaß. Am Ende des Workshops erhielt jeder Teilnehmer ein Zertifikat über erlernte Mediation-Kompetenzen.

 

Text und Fotos: Petra Fürst