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Workshop in Kolumbien

Wie mit der Vergangenheit umgehen?
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Gewalt ist eine universelle Herausforderung. Für eine Gesellschaft, die Gewalt erfahren hat, ist der Umgang mit dieser Vergangenheit eine der Kernfragen in Friedens- und Versöhnungsprozessen, denn die verstörende  Anwesenheit der Geschichte prägt die Gegenwart erheblich. 

 

Vom 20. bis 24. März werden sich rund 50 Teilnehmer/-innen in Bogota treffen bei der Veranstaltung  "Erinnerung, Wahrheit, Gerechtigkeit – zum Umgang mit gewaltbelasteter Vergangenheit". Darunter auch zahlreiche ZFD-Fachkräfte und Vertreter/-innen ihrer Partnerorganisationen u.a. aus Kolumbien, Timor Leste, Liberia, Kenia und Burundi.

 

Organisiert wurde der internationale Workshop von AGEH, Justitia et Pax und der Nationalen Versöhnungskommission in Kolumbien (CNN), die Teil der kolumbianischen Bischofskonferenz ist. Ortskirchen und insbesondere kirchliche Projektpartner der AGEH und Fachkräfte, die in der Friedens- und Versöhnungsarbeit tätig sind, soll die Veranstaltung dabei unterstützen, ihre Handlungsfähigkeit zu verbessern und ein vertieftes Verständnis für die Probleme des Umgangs mit gewaltbelasteter Vergangenheit zu entwickeln. Es geht hierbei v. a. um die Frage in welcher Weise sich kirchliche Akteure der gewaltbelasteten Vergangenheit im eigenen Land stellen und wie sie ihre Beiträge zur Versöhnung gestalten. 

 

Die Teilnehmer/-innen werden aus der Situation Kolumbiens und dortiger Friedensakteure  Einsichten und Anregungen für ihre eigene Arbeit gewinnen. Die gewaltbelastete Vergangenheit des Gastgeberlandes dient sozusagen als Resonanzboden für eine gemeinsame Lernbewegung der Workshop-Gemeinschaft.

 

Der Workshop verbindet einen Multi-Perspektiven-Ansatz mit einer starken Exposure-Komponente. Austausch und Lernen geschehen in der direkten Begegnung und Berührung mit den Menschen in ihrem Kontext an konkreten signifikanten Orten, z. B. der geschehenen Gewalt. Kernstück der Veranstaltung ist es, dass die Teilnehmenden mit Vertretern/-innen von Opfern, Tätern und Friedensakteuren aus Kolumbien ins Gespräch kommen über ihre  unterschiedlichen Erfahrungen, Perspektiven und Bedürfnisse nach Wahrheit und Gerechtigkeit. 

 

Der Workshop bietet einen Raum, in dem diese Erfahrungen miteinander geteilt werden  können. Die Teilnehmenden können so die relevanten Fragen und Probleme, die sich aus den jeweiligen Gewalterfahrungen ergeben, besser verstehen. Dies soll dazu beitragen, die je eigenen Erfahrungen und Perspektiven zu schärfen und sowohl das Übergreifende als auch das je Spezielle der verschiedenen Kontexte besser zu erfassen und für die eigene Arbeit zu nutzen.

 

Für die gastgebende kolumbianische Ortskirche bietet der Workshop nicht nur eine Gelegenheit zur Reflexion über das eigene Friedensengagement. Die Veranstaltung kann auch genutzt werden, um strategische und politische Akzente in die eigene Kirche hinein und in die Öffentlichkeit zu setzen.

 

Text: Katharina Engels / Foto: Comisión de Conciliación Nacional