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Peace Week in Uganda

Gute Politik steht im Dienst des Friedens


Dovile Babeckaite, ZFD-Fachkraft für gewaltfreie Konfliktbearbeitung der Diözese Lira

3000 Pilger aus vier ugandischen Diözesen der Kirchenprovinz Gulu trafen sich Ende Januar zur Friedenswoche in der ugandischen Diözese Lira. Inhaltlich widmet sich die Friedenswoche, die Erzbischof Odama 2006 initiiert hatte, der jährlichen Botschaft des Papstes zum Weltfriedenstag. ZFD-Fachkraft Dovile Babeckaite hat dieses Event mitorganisiert und  schildert ihre Eindrücke.


Die Friedenswoche ist eine einzigartige Chance, um religiöse und politische Vertreter/ -innen verschiedener gesellschaftlicher Gruppen, sowie sogenannte Traditional Leaders von Clans oder Tribes,  zusammenzubringen. Insbesondere beteiligen sich auch Frauengruppen stark am Friedenstag.


Bischof Frazelli (rechts) und Yosam Odur/ Paramount Chief, einer der höchsten Traditional Leaders im Norden Ugandas

Das diesjährige Thema hieß: „Gute Politik steht im Dienst des Friedens“. Joseph Franzelli, Bischof der Diözese Lira meint:  „Das Thema erweckte Aufmerksamkeit und sogar Misstrauen in Politikerkreisen. Aber Politik ist nicht nur für Politiker da. Wir alle sind für die Friedenspolitik verantwortlich.” Während der Friedenswoche sprachen die Bischöfe der vier Diözesen an, was gute Politik heute bedeutet und wie sie dazu beitragen kann, die tiefen Gräben innerhalb Nord-Ugandas zu mindern.


Frauengruppe in der Diskussion

Doch was ist gute Politik? Bischof Sanctus Lino Wanok/ Diözese Nebbi, erläutert den Begriff: „Gute Politik treibt Entwicklung voran und stärkt das friedliche Zusammenleben. Sie dient den Menschen.“  Das Thema ist mit Blick auf die Wahlen in Uganda 2021 hochaktuell. Darüberhinaus beschäftigte die Teilnehmenden die Rolle der Kirche als Unterstützerin und friedliches Zusammenleben. Priester Alfred Okello Junior/ Diözese Lira betont, dass die Friedenswoche den Menschen hilft, sich von den Traumata der Kriege zu befreien und dauerhaften Frieden zu fördern. 


Tänzerinnen der Acholi zeigen einen traditionellen Tanz

Rückblickend bilanziert Bischof Frazelli:  “Als wir mit der Friedenswoche anfingen, lebten viele Menschen in Lagern für Binnenvertriebenen und die Schüsse der Rebellen waren zu hören. Das ist heute besser. Doch geblieben sind die inneren Wunden und Traumata. Während der Friedenswoche verstehen die Menschen, dass der Weg in die Zukunft nur über die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit sowie Versöhnung und Vergebung führt. Das ist angesichts neuer Herausforderungen, wie Landkonflikten oder Spannungen zwischen Ethnien mit Gewaltanwendung nicht zu unterschätzen.“
Die Vereinbarungen, die während der Woche erarbeitet worden sind, sollen als Fundament für die Friedensarbeit der Kirchenprovinz Gulu in 2019 dienen.


Text: Dovile Babeckaite, ZFD-Fachkraft Justice and Peace Commission Lira, Uganda, Bearbeitung: Ursula Radermacher

Fotos: Magdaline Kasuku, Fachkraftporträt: Michael Ojok