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Als ZFD-Fachkraft und Friedensjournalist arbeitet Simon Fischer in Timor Leste

Casa de Producau für die beste Dokumentation ausgezeichnet
Friedensnobelpreisträger Jose Ramos Horta und First Lady Dr. Isabel da Costa Ferreira überreichen den “Balibo 5 Award 2016” für die beste TV-Dokumentation.

Der Journalist und Politikwissenschaftler Simon Fischer arbeitet seit einem Jahr als ZFD-Fachkraft bei CPA (Casa de Produção Audiovisual) in Timor Leste. Die NGO unterstützt mit  audiovisuellen Medien den Friedensprozess im Land, indem sie friedenspädagogische Themen und Projekte aufgreift, Journalisten und Filmemacher schult. Im Sinne des Friedensjournalismus werden kulturelle und religiöse Werte sowie Normen kritisch der gesellschaftlichen Wirklichkeit gegenübergestellt. Simon Fischer engagiert sich bei der Ausbildung des Teams in journalistischen Fähigkeiten, wie  der Recherche, der Identifikation von Geschichten und Führung von Interviews. Nun hat CPA einen Preis für seine Arbeit erhalten.


Das Casa de Producau (CPA) ist in der Kategorie “Best TV-Documentary” mit dem  “Balibo 5 Award 2016” ausgezeichnet worden. Der Preis wurde am zweiten April von Friedensnobelpreisträger Jose Ramos Horta und der First Lady Dr. Isabel da Costa Ferreira überreicht. Jose Ramos Horta erhielt 1996 gemeinsam mit seinem Landsmann Bischof Carlos Filipe Ximenes Belo den Friedensnobelpreis für seine Bemühungen um eine friedliche Lösung des Konflikts in Timor Leste. Horta betonte in seiner Laudatio die herausragende Arbeit des CPA und unterstrich, wie wichtig dessen Arbeit für Timor-Leste sei. Den Preis nahm der Direktor des CPA, Edgerio Martins, entgegen, der von Simon Fischer als Berater für Friedensjournalismus unterstützt wird.


Edgerio Martins, der Direktor des CPA, und ZFD-Fachkraft Simon Fischer freuen sich über den Preis für die TV-Dokumentation "Jakarta 2".

Den Preis erhielt das CPA für die Aufarbeitung der Geschehnisse in einer Dokumentation um das so genannte “Jakarta 2”. Diese Dokumentation, die ebenfalls „Jakarta 2“ heißt, wurde im Rahmen der Sendereihe „Dalan ba Futuru“ (Weg in die Zukunft) im nationalen Fernsehen ausgestrahlt. Der Begriff “Jakarta 2” entstand während der indonesischen Besatzung und bezieht sich auf den Ort Builiko im Bundesstaat Ainaro. Dorthin wurden viele Timoresen nach ihrer Verhaftung gebracht und getötet. Versuchten die Angehörigen dann Informationen über den Verbleib der Vermissten zu bekommen, dann bekamen sie oft die Antwort: “Den haben wir nach Jakarta geschickt.” Spätestens dann war für die Timoresen klar, dass derjenige tot war und nicht wieder kommt. Denn Builiko liegt in einem Gebirgszug; dort gibt es eine Schlucht, die mehr als hundert Meter tief ist. Die Indonesier haben während ihrer 24-jährigen Besatzung Männer, Frauen und Kinder die Klippe herunter gestoßen und so getötet.


Das CPA sprach mit Angehörigen von Opfern und auch mit einer Überlebenden. Sie hatte sich an die Beine ihres Peinigers gekrallt und nicht mehr losgelassen. Der Soldat, der sie töten wollte, war beeindruckt und  nahm sie dann als Haushälterin.  Das CPA wurde für den sensiblen Umgang mit den Opfern und für die Aufarbeitung des Themas mit dem “Balibo 5 Award” ausgezeichnet.
Der “Balibo 5 Award” ist nach dem Ort benannt an dem im Vorfeld der indonesischen Invasion fünf australische Fernsehjournalisten getötet wurden. Die indonesische Regierung wollte so die Berichterstattung über die Invasion verhindern. Im Gedenken an die Journalisten wird nun jährlich der wichtigste Medienpreis Timor Lestes verliehen.

Text: Simon Fischer/Ursula Radermacher, Fotos: Simon Fischer