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Resümee Lindau-Tagung

"Wir müssen global und gemeinsam handeln"
Vortrag während der Lindau-Tagung

Eine internationale Tagung von Personaldiensten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz befasste sich Anfang April in Lindau am Bodensee mit dem Beitrag der "Personellen Entwicklungszusammenarbeit zur großen Transformation". Dabei stand nicht nur die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen im Fokus, sondern auch die Enzyklika Laudato Si' von Papst Franziskus.


Anregender Austausch in einer Diskussionsrunde

In Vorträgen und Workshops diskutierten vom 4. bis 5. April die Personaldienste Horizont 3000 (Österreich), Inter-Team (Schweiz) und Arbeitsgemeinschaft für Entwicklungshilfe (AGEH) e. V. und Vertreter/-innen ihrer Partnerorganisationen im Süden darüber, wie Fachkräfte in der Entwicklungszusammenarbeit zu einer nachhaltigen Entwicklung beitragen können. Dabei wurden globale Herausforderungen, wie Klimawandel, Überschreitung der Nutzungsmöglichkeiten natürlicher Ressourcen oder Rückzug der Politik zugunsten des Primats globalisierter Märkte in den Blick genommen.


Mervyn Abrahams, Direktor von PACSA, Esther Mwaura-Muiru, Koordinatorin von GROOTS und Miguel Gonzales Gallegos, Direktor von INFANTE (v.l.)

Mervin Abrahams, Geschäftsführer der Organisation PACSA aus Pietermaritzburg/Südafrika, betonte: "Ziel all unserer Bemühungen um nachhaltige Entwicklung muss ein gutes Leben für alle sein." Dies schließe auch globale Partnerschaften von Nord nach Süd und umgekehrt ein. Personelle Zusammenarbeit spiele dabei eine wichtige Rolle, sei es in der Beziehung von Mensch zu Mensch oder beim Wissenstransfer. "Die interkulturelle Verknüpfung von Wissen und Erfahrungen macht Entwicklung möglich."


Esther Mwaura-Muiru, Koordinatorin von GROOTS aus Nairobi/Kenia sagte: "Wir müssen vor allem die Zusammenarbeit mit Personen in Schlüsselpositionen in den Nord-Süd und Süd-Süd-Partnerschaften verstärken."


Gertrud Casel, Geschäftsführerin von Justitia et Pax in Deutschland, plädierte dafür, dass sich Mitarbeitende der Personaldienste und Fachkräfte in der Entwicklungszusammenarbeit stärker die Abhängigkeit aller von der Schöpfung und den Mitgeschöpfen bewusst machten. "In diesem Lernprozess können wir uns selber vom Leben anrühren lassen und andere dazu motivieren."


AGEH-Geschäftsführer Michael Steeb

AGEH-Geschäftsführer Michael Steeb war davon überzeugt: "Wir können diesen alle betreffenden Wandlungsprozess nur dann positiv bearbeiten, wenn wir global und gemeinsam handeln. Und wir wissen auch, dass wesentliche Beiträge zu den Wandlungsprozessen durch die Zivilgesellschaften lokal, national und regional geleistet werden. Und genau hier haben Entwicklungshelfer/-innen enormes Potenzial. Sie stärken zivilgesellschaftliche Akteure, unterstützen gemeinsame Lernprozesse und bringen ihre interkulturellen Lernerfahrungen in die eigene Gesellschaft zurück."


Die nachhaltigen Entwicklungsziele der Agenda 2030, die 2015 von den Vereinten Nationen verabschiedet wurden, und die Päpstliche Enzyklika Laudato Si', ebenfalls aus dem Jahr 2015, boten die inhaltliche Basis für das Treffen. Sie fordern ein radikales Umdenken und gemeinsames Engagement, um die Schöpfung zu bewahren.


Die Kapazitäten des Planeten sind begrenzt

Das Herzstück der Agenda 2030 sind 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs), die bis 2030 von allen Staaten umgesetzt werden sollen. Sie verbinden soziale, ökologische und ökonomische Nachhaltigkeit und fordern Frieden, Rechtsstaatlichkeit und eine unabhängige Justiz ein. Außerdem gelten sie universell und somit für Industrieländer, Schwellenländer und den globalen Süden gleichermaßen.


Kernbotschaft der Enzyklika Laudato Si' ist, dass Armuts- und Umweltfragen zusammengehören. Milliarden Menschen leiden Not, die Erde und die natürlichen Lebensbedingungen für die kommenden Generationen sind der Zerstörung preisgegeben. Verursacht wir dies durch unsere Produktionsweisen, die Wirtschafts- und Finanzbeziehungen, durch die Funktionsweisen der Politik und das übersteigerte Konsumverhalten von immer mehr Menschen. Deswegen sei es Aufgabe der Kirchen sowie der gesamten Menschheit, Armut und Umweltzerstörung als Zusammenhang zu denken und die Ursachen endlich entschieden anzugehen.

 

Text: Katharina Engels / Fotos: AGEH