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Participatory Video Workshop in Sierra Leone

An die Linse, fertig, los!
Mit Lisa Glahn (vorne) lernen die Teilnehmer den Filmschnitt

Wie Participatory Video wirkungsvoll eingesetzt und Advocacyarbeit stärken kann, darum ging es vom 19. bis 25. Oktober im Training zu Participatory Video (PV) mit Lisa Glahn von myview in Freetown/Sierra Leone. Vertreter/-innen aus sechs ZFD-Partnerorganisationen nahmen teil, darunter auch die dort tätigen ZFD-Fachkräfte. Organisiert hatte die Weiterbildung Elke Schäfter, die ZFD-Partnerorganisationen in Sierra Leone bei ihrer Advocacy- und Medienarbeit berät.


Ein Storyboard wird zunächst entwickelt

Im Workshop ging es um das Geschichten erzählen und wie es sich anfühlt, vor der Kamera interviewt zu werden. Die Teilnehmenden entwickelten Storyboards und trainierten den Umgang mit der Kamera. Sie diskutierten welche Formate sich für Advocacy eignen und was eine gute PV-Begleitung ausmacht. Am fünften Tag gingen die Teams auf die Straße, um ihre ersten Ideen umzusetzen. Heraus kamen kurze Filme zur Arbeit in Steinbrüchen, den Folgen des Sandabbaus, dem Überleben ohne sauberes Wasser oder was Jugendliche mit Freetown verbinden. 


Sich vor der Kamera präsentieren

Die ZFD-Partnerorganisationen in Sierra Leone haben sich vorgenommen, die Teilhabe junger Menschen an politischen Entscheidungsprozessen zu stärken, Mädchen und Frauen zu ermutigen, von ihrem Recht auf Bildung und Gesundheit Gebrauch zu machen oder die faire Nutzung natürlicher Ressourcen zu fordern.

 

Um die dafür notwendigen politischen und gesellschaftlichen Veränderungen zu bewirken, setzen sie auf das Empowerment der Betroffenen. Doch meist klafft eine Lücke zwischen ihnen und politischen Entscheidungsträgern. Nichtregierungsorganisationen besetzen zwar häufig diese Leerstelle. Doch den Dialog herzustellen und in enger Abstimmung mit denjenigen zu bleiben, für die man sich einsetzt, gelingt nicht immer.


Zufriedene Gesichter beim Sichten des Filmmaterials

Bei Participatory Video stehen die Betroffenen im Fokus. Sie bestimmen die Themen und entscheiden wie und wo sie kommuniziert werden. Der kreative Prozess selbst trägt zum Ermächtigen bei. Dies erfordert auf Seiten der Partner die Bereitschaft, die eigene Rolle bei der anwaltschaftlichen Arbeit zu reflektieren.

 

Das Training ist der erste Schritt in einem sechsmonatigen Prozess, in dessen Verlauf die Partner ihre Pilotprojekte, die sie während des Workshops entwickelt haben, mit ihren Zielgruppen umsetzen. Lisa Glahn betreut während dieser Zeit die Teams online. Im März 2018 kommen dann die Partner wieder zusammen, um sich über ihre Ergebnisse auszutauschen.

 

Text und Fotos: Elke Schäfter / Bearbeitung: Katharina Engels