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Stellenangebot ZFD-Südsudan - Meine Eindrücke als Interimskoordinatorin

Aktuell bietet die AGEH ein Stellenangebot für die ZFD-Koordination des AGEH-Landesprogramms im Südsudan. Ergänzend dazu schildert Friederike Repnik, Interimskoordinatorin des ZFD im Südsudan. ihre Erfahrungen.
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Gute Beziehungen - auch in schwierigen Zeiten - ermöglichen kontinuierliche Arbeit.


Alles wirkt improvisiert. Der internationale Flughafen in Juba/Südsudan ist ein Zelt. Spannend ist, dass alles trotzdem  irgendwie funktioniert. Der Zoll ist im Container, die Koffer werden per Wägelchen über das Rollfeld gebracht. Den Gepäckschein gebe ich einem der vielen jungen Männer in der Hoffnung, dass er meinen Koffer bringt. Ich habe nichts unter Kontrolle, aber am Ende stehe ich jedes mal wieder mit Gepäck am Ausgang des Flughafens, um abgeholt zu werden.

 


Die Aufgabe als Interimskoordinatorin für den Zivilen Friedensdienst im Südsudan kam unerwartet. Ich habe sie spontan übernommen. Bei jedem Aufenthalt in dem Land, das in seiner jungen Geschichte schon von so viel Gewalt erschüttert wurde, spüre ich, wie die Menschen sich über meine Anwesenheit freuen. Sie haben mich vom ersten Moment wie selbstverständlich aufgenommen. Ich erlebe ihre Wertschätzung dafür, dass AGEH-Fachkräfte hier geblieben sind - besonders auch in schwierigen Zeiten. Es wird deutlich, dass gerade die andauernde Kooperation mit den Partnern im Südsudan verlässliche Beziehungen ermöglicht hat.


Genau diese Beziehungen sind es, die die Arbeit hier möglich, die Aufgaben für die  Koordination und sicher auch für Fachkräfte reizvoll macht. In den letzten Jahren hat sich  eine gute Zusammenarbeit mit den Menschen auf einer tragfähigen Basis entwickelt. Neben der Herzlichkeit der Menschen kann man schnell vergessen, dass ihr Alltag stark von Gewalt geprägt ist. Noch immer leben Millionen Menschen als intern Vertriebene in Flüchtlingscamps im eigenen Land. Die Menschen sind traumatisiert, die Gesellschaft zerrissen  und die Zivilgesellschaft fragil.

Unsere Partnerorganisationen schauen bewusst dorthin, wo die Verletzungen und offenen Wunden der jahrzehntelangen Gewalt sichtbar sind. Und sie laden uns als Koordinatoren/Fachkräfte im zivilen Friedensdienst der AGEH dazu ein, an der Seite der Menschen im Südsudan zu gehen, sie zu stärken und zu begleiten.


Gemeinsam mit den Partnern habe ich mir in den vergangenen Monaten Arbeitszusammenhänge und den Bedarf an Friedensarbeit angeschaut. Darauf aufbauend haben wir eine Landesstrategie entwickelt. Sie kann nun umgesetzt und mit neuen Fachkräften gestaltet werden. Wenn man die Menschen vor Ort kennt, wird klar, was für eine besondere, anstrengende, aber auch bereichernde Aufgabe das sein wird – mit viel Improvisation.  Von vornherein war klar, dass ich nur für begrenzte Zeit, die Aufgabe der Koordination des ZFD im Südsudan übernehmen kann. Und doch blicke ich nun wehmütig auf den Abschied. Gleichzeitig freue ich mich, dass eine andere Person diese spannende Aufgabe der Gestaltung des Landesprogramms fortan übernehmen darf. Und dass die ZFD-Arbeit der AGEH Südsudan weitergeht.


Text/Foto:Friederike Repnik, Bearbeitung: Ursula Radermacher

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