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Als ZFD-Fachkraft an der Universität Makeni in Sierra Leone

Good Governance Programm entschärft Landkonflikte


Participatory Video Workshop für eine Gemeinde. Francis Koroma, Gemeinderatsmitglied, filmt eine andere Teilnehmende.

ZFD-Fachkraft Alexander Chimange ist Integrierter Berater und wissenschaftlicher Mitarbeiter im Good Governance Programm der Universität Makeni (UNIMAK) in Sierra Leone.
In seiner Arbeit verbindet er Lehre, Forschung und Konfliktmanagement. Außerdem leitet er als Dozent an der Universität Seminare und hält Vorlesungen, in denen sich die Studierenden mit Demokratie, „Good Governance“ und der Förderung von friedlicher Koexistenz auseinandersetzen.


Einige Studierende begleiten Alexander Chimange in Dörfer, in denen es Streit um Land gibt und forschen zu den Ursachen dieser Konflikte. Oft ist die Vergabe von Nutzungsrechten (Lizenzen) für ein bestimmtes Stück Land intransparent. Außerdem werden beim Abbau von Rohstoffen Chemikalien eingesetzt, die Wasser und Böden verschmutzen. Das führt zu Interessenskonflikten zwischen Agrar- und Bergbauunternehmen einerseits und der lokalen Bevölkerung andererseits. Hier setzt das „Good Governance“ Programm der Universität an, das nachfolgend skizziert ist.


Hauptziele des Good Governance Programms


Durch Vermittlung und Mediation zwischen den Unternehmern, den lokalen Autoritäten (Chiefs) und den Gemeinden sollen Konflikte entschärft und friedliche Lösungen gefunden werden. Es geht darum, dass die Landrechte eingehalten werden und Großinvestoren ihre soziale Verantwortung wahrnehmen. Landbesitzer werden mit Lobbyarbeit und Verhandlungsgeschick unterstützt. So kann ein Beitrag zu einer friedlichen und demokratischen Gesellschaft geleistet werden, in der die Landrechte und -ansprüche von allen gelten.


Forschung und Konfliktmanagement verbinden

Durch die Forschung vor Ort können reale Probleme und Ursachen von Konflikten erkannt und wirksame Mechanismen zu deren Entschärfung entwickelt werden. Die Gründe, warum Menschen in Konflikte verwickelt sind und wie diese sich lösen oder transformieren lassen, können durch eine qualitative Forschung gut ermittelt werden. Sie liefert einen evidenzbasierten Ansatz zur Verbesserung von Frieden und Stabilität.

Die Universität ist ein wichtiger Akteur in der Landverwaltung und ein Zentrum des Wissens, das Theorie und Praxis verbindet. Sie ist ein Ort, an dem Vertrauen geschaffen und Gelehrtes in die Praxis umgesetzt wird. So können Demokratie, „Good Governance“, Frieden und Koexistenz gefördert werden.


Erfolgreiche Arbeit der Universität Makeni


Die Universität führte zahlreiche Gespräche mit Regierungsvertretern und privaten Großinvestoren, um das friedliche Zusammenleben zwischen Grundbesitzern und Agrar- und Bergbauunternehmen zu fördern. Sie hat sich erfolgreich für den Umweltschutz und die Einhaltung von Land- und Menschenrechten in den Bergbaugemeinden der nördlichen Region des Landes eingesetzt.

 


Zitat eines Gemeinderatsmitglied zu Auswirkungen von Good Governance


Am meisten beeindruckte mich die Forschung von UNIMAK und wie deren Ergebnisse die Denkweise der Menschen veränderte. Die Untersuchung öffnete ihnen die Augen für ihre Potenziale. Die Universität von Makeni ist eine mächtige Universität, die sich um Gemeinden wie Darakuru kümmert. Die Untersuchung der Uni Makeni hat uns die Augen geöffnet und bestätigt, dass wir ohne Bildung keine Vorteile aus unseren Ressourcen Land und Rohstoffen ziehen werden. Die Forschungsgruppe forderte uns auf, Verantwortung für unsere Gemeinde zu übernehmen und sie unterstützen uns dabei, unsere Ergebnisse zu veröffentlichen.
Ich wünsche mir, dass die Regierung von Sierra Leone die Bergbauunternehmen zur rechtlichen Verantwortung zieht.  Es sollten mehr Forschungszentren eingerichtet werden, die Untersuchungen durchführen, damit transparent wird, was in diesem Land geschieht. Außerdem sollten Abbaulizenzen für Rohstoffe nur in Absprache mit Paramount Chiefs (traditionelle Autoritätspersonen auf Distriktebene) an Investoren vergeben werden.


Francis Koroma, Gemeinderatsvertreter in Darakuru, Bezirk Koinadugu

 

Foto: Alexander Chimange

Text: Sibylle Dirren,ZFD-Fachkraft für Öffentlichkeits-, Medien- und Advocacyarbeit der ZFD-Partnerorganisationen der AGEH in Sierra Leone