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Als Physiotherapeutin in Kenia

"Gesundheit geht alle etwas an"
Irene Owino und Constanze Motzka (v.l.) bei der Therapie mit Kindern

Das Streben nach einem gesunden Leben ist überall präsent. Täglich kann man neue Ratgeber finden, die einem die besten Ernährungs- oder Sporttipps geben, um richtig gesund und glücklich zu werden. Aber für viele ist "gesund leben" nicht einfach nur ein netter Lifestyle, denn oftmals sind die Voraussetzungen für ein gesundes Leben gar nicht gegeben.

 

Auf diese Probleme macht der jährliche Weltgesundheitstag aufmerksam. Auch wir richten den Blick in die kenianische Hauptstadt Nairobi, wo unsere Fachkraft Constanze Motzka u. a. als Physiotherapeutin in mehreren Slums mit Kindern mit Behinderung arbeitet.


Physiotherapie mit Constanze Motzka (Foto © Marcel Kaufmann/BMI)

Sie sagt: "Gesundheit geht alle etwas an", weil eine fehlende Gesundheit beziehungsweise "krank sein" nicht nur das Problem des Betroffenen, des Arztes oder des Therapeuten ist, sondern die ganze Familie betrifft. Das Familienleben wird dadurch in verschiedenen Bereichen beeinflusst: Wir wird die Fürsorge geregelt? Wer kümmert sich um das kranke Kind? Wie gehen die anderen Geschwister damit um?  


Gerade in Kenia, wo es keine staatlichen Fürsorgeleistungen gibt, ist die Familie das einzige soziale Netzwerk, das sich um den erkrankten Menschen kümmern kann. Die Geburt eines benachteiligten Kindes verursacht oft eine Stigmatisierung der betroffenen Familie durch die Community. So werden die Frauen häufig verlassen und sehen sich, neben dem Prozess des Akzeptierens, noch mit vielen anderen Problemen konfrontiert.

 

Darum ist Aufklärung so wichtig, um Stigmatisierungen zu verhindern und den Betroffenen besser helfen zu können. Zusätzlich spielt die Therapie und die Weiterbildung der Eltern eine bedeutende Rolle, damit sie in der Lage sind, mit ihrer Lebenssituation besser umzugehen. Außerdem besteht so die Möglichkeit, das betroffene Kind selbst besser fördern zu können, ohne die anderen Kinder zu benachteiligen.


Bewegungsübungen mit den Kindern (Foto © Marcel Kaufmann/BMI)

Darüber hinaus sagt Constanze Motzka, die bei der Freiwilligenorganisation Special Education Professionals (SEP) in Kenia angestellt ist und von der schweizerischen NGO Bethlehem Mission Immensee (BMI) finanziert wird: "Jeder Mensch, jedes Kind hat ein Recht auf eine gute Gesundheitsbetreuung, egal woher sie kommen oder wie arm oder reich sie sind", denn vor allem in Kenia ist die finanzielle Situation für die Gesundheitsfürsorge und die therapeutische sowie medizinische Betreuung entscheidend.

 
Wer viel Geld hat, kann sich die guten Therapeuten, Ärzte und privaten Krankenhäuser leisten. Wer kein Geld hat und aus den sogenannten sozial schwachen Schichten kommt, hat meistens kaum oder nur schlechten Zugang zu medizinischer Versorgung.

 

Text: Constanze Motzka / Fotos: Constanze Motzka, Marcel Kaufmann/BMI /

Bearbeitung: Theresa Meier