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Eröffnung des Erinnerungszentrums „Monseñor Juan Gerardi

Gegen das Vergessen!

Am 25. April war es endlich soweit. Das Erinnerungszentrum „Monseñor Juan Gerardi“ des Menschenrechtsbüros des Erzbistums von Guatemala-Stadt (ODHAG) wurde in einer feierlichen Zeremonie eröffnet. ZFD-Fachkraft Denise Irmscher unterstützt das Projekt der ODHAG seit über einem Jahr.


Im Erinnerungszentrum: Direktor der ODHAG Nery Rodenas, ZFD-Fachkraft Denise Irmscher, Dr. Thomas Cieslik, Ständiger Vertreter und Leiter der Kooperation der Deutschen Botschaft Guatemala (von links)

Zwanzig Jahre nachdem der Bericht „Guatemala Nunca Más“ (Guatemala Nie Wieder), veröffentlicht wurde, findet er zusammen mit weiteren bedeutenden zeitgeschichtlichen Dokumenten in dem Erinnerungszentrum „Monseñor Juan Gerardi“ einen angemessenen Platz. Der Bericht klärt  über Verbrechen und Menschenrechtsverletzungen während des 36-jährigen internen bewaffneten Konfliktes in Guatemala auf. Dies soll zur Aufarbeitung der gewaltbelasteten Vergangenheit des Landes beitragen.



Maya Zeremonie am Tag der Eröffnung des Erinnerungszentrums

Das Erinnerungszentrum bietet ein breites Spektrum zu den Themen Erinnerungs- und Menschenrechtsarbeit und richtet sich besonders an die jüngeren Generationen. Das Herzstück des Zentrums bilden mehr als 6000 Zeitzeugenberichte der Überlebenden des Konfliktes. Die Berichte wurden in dem interdiözesanen Projekt zur Widererlangung des historischen Gedächtnisses (REMHI - Recuperación de la Memoria Histórica) von 1995 bis 1998 aufgenommen, transkribiert und in „Guatemala Nunca Más“ verarbeitet. Das Zentrum bietet mehrere tausend Fachbücher, Fotos, Audiodateien und Videos zum Thema Erinnerungsarbeit und Menschenrechte zur Ansicht. Mit der Eröffnung kann nun die breite Öffentlichkeit darauf zugreifen.


Zeugenberichte aus der Zeit des internen bewaffneten Konfliktes im Erinnerungszentrum

Die junge Generation kann sich nun im Erinnerungszentrums „Monseñor Juan Gerard“ mit der vergangenen und aktuellen Geschichte des Landes auseinandersetzen. Zudem sollen durch das Erinnerungszentrum Forschungsarbeiten von Studierenden nationaler und internationaler Universitäten gefördert werden. Damit soll die jüngere gewaltbelastete Geschichte aufgearbeitet werden und es soll dazu beitragen, dass sich solche grausamen Geschehnisse nie wiederholen.


Blick ins Publikum

Der Name des Zentrums erinnert an den ehemaligen Erzbischof und Leiter des interdiözesanen Projektes REMHI Monseñor Juan Gerardi. Er  wurde 1998, zwei Tage nach Veröffentlichung des Berichtes „Guatemala Nunca Más“ im Eingang seiner Residenz ermordet. Das Zentrum trägt dazu bei, sein Leben und Vermächtnis in Erinnerung zu halten.

Fotos: ODHAG, Text: Denise Irmscher/Ursula Radermacher

 

 

Mehr Informationen zum Menschenrechtsbüro der Erzdiözese Guatemala-Stadt: www.odhag.org.gt


Interdiözesanes Projekt REMHI:
www.remhi.org.gt/portal/