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Bet Lahem Live Festival

"Hoffnung auf eine gerechtere Zukunft"
Bunt verkleidete Teilnehmer des Festivals

Bereits zum fünften Mal veranstaltete die AGEH-Partnerorganisation Holy Land Trust in diesem Jahr das Bet Lahem Live Festival. Insgesamt waren rund 20.000 Besucher vom 21.bis 24. September in Bethlehem und feierten das Leben und die Hoffnung auf eine bessere und gerechtere Zukunft für alle Bewohner des Heiligen Landes.

 

Ursprünglich war das Festival als Nachbarschaftsfest geplant, um die Altstadt von Bethlehem wieder zu beleben, die seit dem gewaltsamen Konflikt zwischen Palästinensern und israelischen Sicherheitskräften verwaist ist.


Bethlehems Straßen werden zu Begegnungsorten

Denn mit der Zweiten Intifada (2000 -2005) und dem Bau der Mauer zwischen Israel und den besetzten Gebieten (2003) wurde das Westjordanland von Israel auch räumlich abgetrennt. Dies hatte zur Folge, dass viele Einwohner Bethlehems ihre Arbeitsstellen im nahen Jerusalem verloren und weitaus weniger Touristen als bisher in die Stadt kamen. Durch das Bet Lahem Live Festival versucht Holy Land Trust, dieser Entwicklung entgegenzuwirken – mit Erfolg.


Ein Konzert am Abend

Mittlerweile gehört es zum größten und bedeutendsten Festival der Westbank. Als fester Bestandteil des kulturellen Lebens von Bethlehem bietet es alljährlich der christlichen und muslimischen Bevölkerung der Stadt die Möglichkeit, zusammenzukommen und gemeinsam mit internationalen Besuchern an Workshops und Kinderprogrammen teilzunehmen, Filmvorführungen, Ausstellungen und Konzerte zu besuchen. 

 

Neu auf dem Festival war dieses Jahr der sogenannte "Creative Hub". Ein kurzfristig umgebauter Laden  in der historischen Altstadt wurde für die vier Tage zu einem "Kunstlabor". Bereitgestellte Instrumente luden die Besucher zum Musikmachen ein und palästinensische Künstler bekamen die Gelegenheit, ihre Werke auszustellen. 


ZFD-Fachkraft (r.) mit einem Kollegen von Holy Land Trust

Zum zweiten Mal in Folge wurden Werke palästinensischer Filmemacher beziehungsweise Filme über das palästinensische Leben gezeigt. "Der Erfolg dieser Vorführungen zeigt uns, dass gerade Filme ein gutes Mittel sind, um auch kulturell oder politisch schwierige Themen, wie Geschlechtergerechtigkeit in der arabischen Gesellschaft oder den palästinensisch-israelischen Dialog, zu behandeln und sie einem größeren Publikum näherzubringen", erklärt AGEH-Fachkraft Thomas Trischler vom Holy Land Trust.


Verkaufsstand in der Altstadt

Ursprünglich war das Bet Lahem Live Festival für Anfang August geplant, aber aufgrund der politischen Ereignisse in Jerusalem und der Westbank im Juli musste es kurzfristig auf September verschoben werden. Trotzdem konnten auch für das diesjährige Festival einige internationale Künstler wie die österreichische Band Mynth gewonnen werden. Zudem hatte sich eine doppelte Anzahl von Verkaufsständen angemeldet. Lokale Bauern, aber auch Künstler und Gewerbetreibende bekamen so die Möglichkeit, ihre Waren und ihre Arbeit auszustellen und zu verkaufen.

 

Text: Thomas Trischler / Fotos: Thomas Trischler, PowerGroup Powerfm.ps