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Fest für die Kinder der Schule Escuelita Rayo de Sol

Ein Tag im Himmel
Der Schokobrunnen war ein begehrtes Ziel beim Tag des Himmels.

Wie sieht ein Tag im Himmel aus? Die Kinder der Schule Escuelita Rayo de Sol hatten ziemlich klare Vorstellungen davon, was das „Himmlische“ ausmacht: Hüpfburgen mussten dabei sein, Schokolade aus Brunnen fließen, Marshmallows gegrillt werden. Und lustige Darbietungen sollte es für die möglichst zahlreichen Gäste geben.


Christel Lammers mit kostümierten Kindern am Festtag.

Der „Tag im Himmel“, den sich die Kinder zum 25-jährigen Jubiläum der Stiftung Escuelita Rayo de Sol wünschten, verlief zu ihrer Zufriedenheit, bestätigt Christel Lammers, AGEH-Fachkraft im DLP-Programm (Dialog und lebendige Partnerschaft).  Solches Zauberwerk herzustellen ist für die Beraterin der schuleigenen Stiftung in der Dominikanischen Republik nicht gerade ihre ureigene Aufgabe. Zum Glück unterstützten auch die Mitglieder des deutschen Partnerverein der Stiftung das Jubiläum und hatten bei ihrem Besuch den Schokobrunnen und die Marshmallows im Gepäck.


Die beiden Jungs flechten Körbe aus Altpapier.

Die Stiftung unterhält zwei pädagogische Zentren mit Schulen. 39 Mitarbeiter, 17 davon sind Sonderschulpädagogen, fördern und begleiten 400 Schüler mit geistiger Behinderung. Die Kinder werden mit sonderschulpädagogischer Bildung, Schulspeisung, Freizeit- und Therapieangeboten unterstützt. Die älteren Schüler lernen in berufsfördernden Maßnahmen diszipliniert und konzentriert in den Werkstätten zu arbeiten. Aus Altpapier stellen sie Körbe und Dekorationsartikel her, die verkauft werden. Auch den Familien steht die Schule mit Elternarbeit und Mikrokrediten zur Seite. Staatlicherseits ist das Engagement der Stiftung schon lange anerkannt, doch eine nennenswerte staatliche Förderung  erhält sie erst seit diesem Sommer.


Die Psychologin und Pädagogin Jacinta Torres Jacinta Torres mit Kindern der Schule.

1987 gründete die Psychologin und Pädagogin Jacinta Torres die erste Schule und später die Stiftung, die sie beide leitet. Sie ist Christel Lammers Vorgesetzte, deren DLP-Stelle über das Kindermissionswerk, das Bistum Münster und die KZE finanziert wird. Lammers ist Organisationspsychologin und steht Jacinta Torres als eine von zwei Referentinnen in der Stiftungsleitung zur Seite. Sie ist im  Fundraising aktiv, unterstützt die Organisationsentwicklung und nimmt Verwaltungsaufgaben wahr. In der Öffentlichkeitsarbeit engagiert sie sich für die stärkere Nutzung der „neuen“ Medien und unterstützt ihre Kolleginnen und Kollegen bei der Informationsarbeit auf Messen, bei religiösen Veranstaltungen, in Supermärkten oder in Schulen. Nicht zuletzt ist sie Ansprechpartnerin für die zwei deutschen „weltwärts-Freiwilligen“ aus der Diözese Münster.


Jacinta Torres und Christel Lammers begrüßen die Mitglieder des deutschen und dominikanischen Partnervereins bei ihrem Treffen an der Schule.

Christel Lammers lernte Jacinta Torres schon als Schülerin kennen, als sie ihre Tante in der Dominikanischen Republik besuchte, die dort als Missionarin tätig war. Kinder, die besondere Förderung brauchen, sind ihr durch ihren behinderten Bruder vertraut und so gründete sie 2005 den deutschen Partnerverein „Jacintas Kinder-zusammen wachsen e.V.“. Zwischen dessen Mitgliedern in Deutschland und der Stiftung in der Dominikanischen Republik nimmt Christel Lammers Brückenfunktion wahr und sorgt gemeinsam mit Jacinta Torres für die Verständigung. Denn auch wenn das gemeinsame Anliegen verbindet, ganz reibungslos läuft es nicht immer:


Ein kleines Mädchen arbeitet konzentriert an einem geflochtenen Armband.

Die dominikanischen Partner überfordern ihre deutschen Verbündeten gern mal mit der Sorge um ihr „Seelenheil“ und dem Wunsch: „Dem lieben Gott in Deutschland mehr Spielraum zu verschaffen“. Und umgekehrt übersehen die geldgebenden Partner aus Deutschland leicht, dass sie als Unterstützer herzlich willkommen sind, als „Macher“ jedoch allenfalls geduldet werden. Die Partner in der Karibik behalten sich vor „ihr“ Projekt eigenverantwortlich zu gestalten und sehen ungebetene Ratschläge mit Skepsis. Dagegen helfen persönliche Kontakte. Im Zuge des Weltjugendtages in Köln besuchten Mitglieder der dominikanischen Stiftung den deutschen Verein. Und auch beim Jubiläum bot sich bei Essenseinladungen für die deutschen Besucher reichlich Gelegenheit zum gegenseitigen Kennenlernen.


Eines der Schulkinder zeigt Christel Lammers ihre Schreibübungen.

Nach fast zwei Jahren stellt Christel Lammers im Rückblick fest, dass ihr manchmal mehr Zurückhaltung gut täte: „Eine gute Beraterin sollte sich nicht ins „Selbermachen“  stürzen, sondern fragen: „Was braucht ihr“. Und was hat ihre Mitarbeit Positives bewirkt? Christel Lammers meint: “Ich stärke Jacinta Torres den Rücken und versuche dabei eher im Hintergrund zu sein.“

 

Text: Ursula Radermacher, Fotos: Christel Lammers