Partnerorganisationen vor Ort werden durch Fachkräfte im Zivilen Friedensdienst unterstützt
Yaoundé/Köln 30. Mai 2011- Partnerorganisationen der Arbeitsgemeinschaft für Entwicklungshilfe (AGEH) e.V. und des Evangelischen Entwicklungsdienstes (eed) starteten im Mai ein gemeinsames Landesprogramm des Zivilen Friedensdienstes (ZFD) in Kamerun. 35 Vertreter von 18 verschiedenen Organisationen der kamerunischen Zivilgesellschaft, insbesondere Laienorganisationen der protestantischen und der katholischen Kirchen, aber auch kirchenunabhängige Institutionen, sowie bereits in diesen Organisationen tätige Friedensfachkräfte trafen sich zu einem mehrtägigen Seminar in Kribi/Kamerun, um ein gemeinsames ZFD-Netzwerk aufzubauen.
Der ZFD-Koordinator der AGEH, Frank Wiegandt, und das ZFD-Begleitteam des EED, Christiane Kayser und Flaubert Djateng, moderierten das Auftaktseminar und werden bei der weiteren Entwicklung des Personalprogramms, das vom Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung finanziell unterstützt wird, eng zusammen arbeiten. Gerade im Vorfeld der anstehenden Präsidentschafts- und Parlamentswahlen in 2011 und 2012 in Kamerun, waren sich die Partnerorganisationen von AGEH und EED einig, sei es wichtig, sich für Frieden, Gerechtigkeit und Stabilität aktiv einzusetzen.
Bisher ist das Land nicht von umfassenden gewaltsamen Konflikten betroffen. Es haben sich jedoch über viele Jahre Konfliktlinien aufgebaut und verhärtet. Die Jugendrevolte 2008 war eines von mehreren Signalen für die Notwendigkeit präventiver Friedensarbeit. Eine im Verlauf des Seminars gemeinsam erstellte Kontextanalyse der Situation 2011 wies darauf hin, dass die Perspektivlosigkeit der Jugend, die mangelnden Beteiligungschancen, die regionalen Entwicklungsdiskrepanzen sowie ungenutzte Wachstumspotenziale zentrale Gefahrenzonen für den Vielvölkerstaat sind.
Die Seminarteilnehmer erarbeiteten eine gemeinsame Vision für Frieden und Stabilität in Kamerun. Die Arbeitsfelder Jugend, Mädchen und Frauen, interreligiöser und interregionaler Dialog, sowie Wahlen und Demokratisierung wurden dabei als prioritär hervorgehoben. Über die Integration von Friedensfachkräften aus Deutschland in den Partnerorganisationen und den weiteren Aufbau eines ZFD-Netzwerks hinaus, wollen AGEH und EED mit ihren Partnern vor Ort noch intensiver und koordinierter in diesen Themenbereichen arbeiten, um Friedenspotenziale zu stärken und gewaltfreie Konfliktbearbeitung zu propagieren.
Über die AGEH:
Die 1959 gegründete Arbeitsgemeinschaft für Entwicklungshilfe e.V. (AGEH) ist der Personaldienst der deutschen Katholiken für Internationale Zusammenarbeit und staatlich anerkannter Entwicklungsdienst. Der Verein wird von 25 Mitgliedern getragen, dazu zählen u.a. katholische Entwicklungsorganisationen, wie das Bischöfliche Hilfswerk Misereor, das Kolpingwerk und der Caritasverband. In der Kölner Zentrale betreuen 67 Mitarbeiter die mittlerweile ca. 280 Fachkräfte im Ausland. Die AGEH ist zudem einer von sieben Trägern des von der Bundesregierung finanzierten Programms „Ziviler Friedensdienst“.
Über den ZFD:
Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) rief den Zivilen Friedensdienst im Jahr 1999 ins Leben. Sieben Organisationen tragen das Programm, darunter die AGEH als einziger Träger mit katholischem Hintergrund. Über Gesamtprogramm und Einsätze des ZFD entscheidet das BMZ im Einvernehmen mit dem Auswärtigen Amt auf der Grundlage einer regelmäßigen Abstimmung mit allen beteiligten Trägern. Die Aktivitäten erfolgen dabei stets auf der Grundlage entwicklungspolitischer Kriterien wie dem Prinzip des geringsten Eingriffs und dem Grundsatz der Hilfe zur Selbsthilfe. Wesentlicher Faktor für die Wirksamkeit des ZFD sind die Qualität der Partnerorganisationen und der Friedensfachkräfte sowie die Angemessenheit der Interventionsstrategien im Sinn von „working on conflict“.
Für Rückfragen:
Arbeitsgemeinschaft für Entwicklungshilfe (AGEH) e. V.
Frau Katharina Engels
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