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Mitarbeit im Zivilen Friedensdienst und in der Friedensentwicklung
In der Folge der Auflösung des Ost-West-Konfliktes
tritt zunehmend an die Stelle von Krieg zwischen Staaten eine entstaatlichte,
"privatisierte" Gewalt. Bürgerkriegsähnliche
Konflikte schwelen, oft unbeachtet von der Weltöffentlichkeit
an den unterschiedlichsten Orten: Indonesien, Ostkongo, Sri Lanka,
Kolumbien sind nur einige wenige Beispiele, bei denen ökonomisch,
ethnisch, religiös oder politisch motivierte Gruppen ihre Interessen
mit Gewalt durchzusetzen suchen. Als Mitstreiter werden diejenigen
mobilisiert, die ohnehin bereits in Armut leben. Vor diesem Hintergrund
schuf die deutsche Bundesregierung zusammen mit acht Organisationen
der Friedens- und Entwicklungsarbeit, unter ihnen die AGEH als einem
seiner Rechtsträger, 1999 das Programm Ziviler Friedensdienst
[ZFD]. Ziel des ZFD-Programms ist die gewaltfreie und konstruktive
Bearbeitung von Konflikten und damit auch die Verhinderung ihrer
gewaltsamen Austragung.
Fachkräfte im ZFD engagieren sich mit dem Ziel, den Ausbruch
von Konflikten zu verhindern (Konfliktprävention), zu einer
friedlichen Konfliktbeilegung (Gewaltminderung) und durch friedensfördernde
Maßnahmen nach Konflikten zu einer Friedenssicherung beizutragen
(Konfliktnachsorge).
Dabei sind sie sich einer Tatsache bewusst: Frieden ist nicht von
außen zu bringen. Die Schaffung von Frieden ist ein Prozess,
der von den Menschen vor Ort gestaltet werden muss. Fachkräfte
im 'Zivilen Friedensdienst' unterstützen die Arbeit lokaler
Initiativen, die sich für Ausgleich und Versöhnung einsetzen.
Deshalb ist der ZFD als Programm langfristig angelegt, die Dauer
des Aufenthaltes einer ZFD-Fachkraft beträgt i.d.R. drei Jahre.
Friedensfachkräfte sollten über berufliche Fähigkeiten
und Know-How verfügen, die in der Friedensarbeit vor Ort fehlen.
Zentrale Bereiche sind Kompetenzen in den Bereichen Erwachsenenbildung, Organisations- und Individualberatung, Kenntnisse beim Aufbau von Netzwerken, Erfahrungen in der Öffentlichkeitsarbeit, Managementkompetenzen sowie Fähigkeiten im Bereich Planung, Monitoring und Evaluierung (PME).
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